Tomaten vertragen keinen Kaffee und Hühner mögen Himbeerkäfer

Und was sonst noch auf Brandenburger Ökobetrieben erforscht wurde

Die Sommerakademie findet alljährlich am Ende des Sommersemesters statt. Sie bildet den Abschluss des intensiven Moduls „Studienpartner Ökobetrieb“, wo Studierende, Praxispartner und Dozenten gemeinsam Lösungen für Probleme aus der Praxis erarbeiten. Im Rahmen des Moduls bearbeiteten Studierende des 2. Semesters Ökolandbau&Vermarktung (B.Sc.) in Kleingruppen 13 verschiedene Projekte, die von Partner-Ökobetrieben Anfang des Jahres eingereicht und nach Interesse an die Studierenden verteilt wurden.

Verstreut über Brandenburg wurden zum Beispiel mobile Lämmerställe geplant und gebaut, Pflanzenversuche mit Bohnen, Tomaten, Rhabarber und Johanniskraut durchgeführt, Kriterienkataloge für die Lieferantenauswahl erstellt, Milchviehställe den Ökokriterien angepasst sowie neue Schweinställe gebaut. Weiterhin wurde der Auslauf für Hühner verbessert, Bodenanalysen sowie betriebsplanerische Berechnungen durchgeführt und Hühner versuchsweise zur Reduktion der Himbeerkäferpopulation in eine Himbeerplantage geschickt.

Während der Sommerakademie, die dieses Jahr vom 5. bis 6. Juli in der Alten Schule Stegelitz stattfand, stellen die Kleingruppen Ihre Ergebnisse vor und diskutieren mit einem interessierten Publikum. Die Resonanz war dieses Jahr so groß, dass am Donnerstagnachmittag alle Stühle der Alten Schule für die Zuhörer/innen in Gebrauch waren.

Jochen Fritz, Kampagnenleiter von „Meine Landwirtschaft“, war als Gastreferent für Donnerstagnachmittag geladen. Er erläuterte die Idee hinter der Kampagne und stellte sich einer regen Diskussion über Sinn und Zweck seiner Kampagne.

Ein weiterer Höhepunkt der Sommerakademie war die Übergabe von Kooperationsverträgen. Nach erfolgreicher 2-jähriger Zusammenarbeit haben sieben Öko-Landwirte/innen den Vertag mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (FH) geschlossen. Fünf Partner/in waren zur persönlichen Vertragsübergabe durch den Dekan Prof. Jens Pape sogar anwesend.

Der Donnerstag endete mit einem gemeinsamen Grillen und Musik.

Am Freitag, 6. Juli 2012, wurden die vier letzen Vorträge präsentiert und diskutiert. Eine Gruppe testet in Zusammenarbeit mit VERN e.V. u.a. für den Tomatenanbau auf dem Balkon verschiedene Düngevarianten. Ein Ergebnis ist, dass die Düngung mit Kaffeesatz nicht zu sonderlich guten Wachstumserfolgen führt.

Insgesamt wurden die 13 Projekte sehr engagiert von allen Beteiligten bearbeitet. Die Neugier und Kreativität der Studierenden, die langjährige Praxiserfahrung der Ökobauern und – bäuerinnen sowie die Expertisen der HNEE-Dozenten haben auch dieses Jahr wieder einen fruchtbaren Nährboden für neue Forschungsergebnisse geschaffen – welche Hier und Da noch vertiefend bearbeitet werden.

 

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