Bayern kann mehr als nur Kühe, Bier und Mais!

Davon konnten sich in der letzten Woche die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fachexkursion live überzeugen. Die einwöchige Exkursion im 6. Semester der Ökolandbaustudierenden hat mittlerweile Tradition. Schon im Vorfeld beschäftigen sich die Studierenden mit jeweils einer interessanten Ökolandbauregion. In den letzten Jahren ging es u.a. in die Niederlande und nach Schleswig-Holstein. Es geht jeweils darum den Biomarkt und seine Strukturen vor Ort kennenzulernen. Dabei zählen traditionelle Schwerpunkte genauso zum Programm wie spezielle Besonderheiten. In diesem Jahr ging die Reise nach Bayern.

Bayern –  ja aber was heißt das überhaupt: Bier, Milch und Käse? Zuerst einmal ja! Deshalb stand auch eine der wichtigsten Bio-Brauereien, Neumarkter Lammsbräu, als eines der ersten Exkursionsziele auf der Agenda. Zu besichtigen gab es dort u.a. die einzige Bio-Mälzerei Deutschlands. Teil des Programms waren jedoch auch Betriebe die auf den 1. Blick nicht zu den assoziierten Schwerpunkten des Freistaates zählen. Darunter die Beerenbauern, ein Demeter zertifizierter Produzent von schmackhaften Fruchtaufstrichen, außerdem Salus, Spezialist für Arzneipflanzen, sowie der Seepointerhof mit 4500 Legehennen.

Um auch die Strukturen hinter den Produzenten besser kennen zu lernen, stand Tagwerk auf dem Programm, eine seit über 20 Jahren  bestehende Verbraucher-/Erzeugergenossenschaft die ganz besonderen Wert auf Regionalität legt und mittlerweile auch eigene BioMärkte betreibt. Bei der Isana Naturfeinkost GmbH durften wir ebenfalls einen Blick hinter die Kulissen werfen. Hier wird u.a. das breite Feinkostsortiment bio-verde hergestellt. Außerdem zu besichtigen war die PrimaVera Naturkorn GmbH, hier wird ökologisches Getreide vermahlen und wir durften uns u.a. die Flockenproduktion einmal näher anschauen.

 

 

 

 

 

Foto: bei Primavera Naturkorn wird fleißig geraten – welches Korn wird es wohl sein?

Der Höhepunkt der Exkursion, und damit sind wir wieder bei den spontan assoziierten Schwerpunkten der Region, war der traditionelle Almabtrieb auf dem Leitzachtaler Ziegenhof. Hier durften die Brandenburger Flachlandstudenten und ihre betreuenden Fachdozenten zeigen wie gut sie mit Kühen können. Und das konnten sie: die Kühe, genauer gesagt die Murnau-Werdenfelser – eine der ältesten Rinderrassen der Welt, wurden fachmännisch von der Alm geleitet. Zurück blieben viele glückliche Gesichter, die noch viele beeindruckende Bio-Unternehmen vor sich hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: die Murnau-Werdenfelser sind wunderschön und in Oberbayern autochthon – also hier entstanden und hier noch heute (wenn auch wenig) verbreitet

So folgte ein Besuch der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, wo landwirtschaftliche Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung vereint sind. Im Projekt Symbiotische Landwirtschaft konnten wir die gemeinsame Freilandhaltung von Hühnern, Schweinen und Rindern erleben. Mit dem Obergrashof lernten wir einen der Preisträger des Förderpreis Ökologischer Landbau 2012 kennen, einen Demeter Gemüsebetrieb mit über 100 ha Fläche. Auch Josef Braun beeindruckte mit seiner Leidenschaft für den Ökolandbau und seinen innovativen Lösungen. Letzte Station der Exkursion war der Ehrensberger Hof (im Besitz der Familie Hipp), der vor allem Umweltmaßnahmen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt erprobt und damit zukünftig als Modell für Hipp-Erzeuger dienen will.

Nach sechs ereignisreichen und spannenden Tagen steht für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nnen in jedem Fall fest: Bayern ist tausendmal mehr als Postkartenromantik, Kühe, Bier und Mais!